Nach Annas Worten kam eine solche Stille in den Raum, dass alle ihren eigenen Atem hörten. Maria blinzelte nervös, als ob sie versuchte, herauszufinden, was sie hörte. Sophia wurde abwechselnd blass und errötet, während ihr Verlobter unruhig im Sessel zappelte, ohne zu wissen, wo er hinschauen sollte.
– So ist es … gehört alles Peter? endlich ist Maria ausgeatmet. – Also Wohnung und Auto?
“So ist es, Mama”, antwortete Anna ruhig. – Ich habe nichts, was ich Ihnen geben könnte. Alles, was ich benutze, gehört ihm. Und das entscheidet er, nicht Sie.
Maria hat sich die Lippen angezogen. Ihre Stimme klang schärfer:
– Aber wir sind doch deine Familie! Die Familie sollte an erster Stelle stehen. Wenn Peter dich so hält, ist es in Ordnung, dass du es mit deiner Schwester teilen wirst.
“Die Familie muss mich auch unterstützen”, antwortete Anna hart. “Und Sie verlangen nur, Sie tadeln mich, dass mein Mann und meine Kinder fehlen, Sie machen mich an allem schuldig. Ich bin es, der Tag und Nacht arbeitet, damit Sie nichts verpassen.
Sophia hat es nicht ausgehalten:
– Lügen! Du hattest immer mehr. Sie sind in den Urlaub gefahren, haben sich Kleidung gekauft, in einer guten Wohnung gelebt. Und ich? Ich musste mit der Straßenbahn zum College gehen und die gleichen Blusen seit Jahren tragen!
Anna hob ihre Augenbrauen und schaute auf ihre Schwester:
– Zosya, du hast immer bekommen, was du wolltest. Und ich habe dafür bezahlt. Willst du jetzt mein Auto?
An diesem Punkt öffnete sich die Tür und Petrus kehrte zurück. Das Gespräch verstummte sofort.
– Worüber gibt es eine so heiße Diskussion? er fragte mit einem Lächeln, aber sein Blick war durchdringend.
“Dass sie wollen, dass ich Sophia das Auto und die Wohnung gebe”, sagte Anna ohne zu zögern.
Peter setzte sich an seinen Platz. Die Spannung konnte mit einem Messer geschnitten werden.
“Interessant”, sagte er in ruhigem, aber festem Ton. – Weil es mein Eigentum ist. Und ich erinnere mich nicht daran, sie “austeilen” zu lassen.
Sophia schluckte ihren Speichel und ihr Verlobter grunzte ungeschickt. Maria versuchte, zum Lächeln zu bringen:
– Wir haben nur Witze gemacht, Peter. Solche Familiengespräche…
“Vielleicht”, entgegnete er, “aber ich werde nicht von Witzen auf Kosten von Anna unterhalten. Sie ist eine wertvolle Person und verdient Respekt. Wenn jemand versucht, sie noch einmal zu manipulieren, wird er mit mir umgehen.
Die Worte hängen schwer in der Luft. Zum ersten Mal stand Sophia nicht im Rampenlicht. Ihre Augen verglasten vor Tränen.
– Das ist unfair! sie quietschte. – Ich brauche das Auto mehr! Ich fahre jeden Tag zum Unterricht und du hast einen Job nebenan…
“Und ich brauche Freiheit, Sophia”, antwortete Anna und blickte ihr direkt in die Augen. – Ich bin kein Geldautomat und keine Sklavin. Ich habe das Recht, das zu nutzen, was ich habe.
Petrus schüttelte ihr die Hand. Eine einfache Geste, aber so stark.
— Genau. Wenn du etwas haben willst, Sophia, ist es Zeit zu lernen, wie man daraus Geld verdient.
Sophia’s Verlobter sprach unsicher:
– Ich kann dich mit dem Bus mitnehmen, Liebes. Es ist billiger als ein Taxi…
– Halt die Klappe! “Sophia schrie ihn an, dann brach sie aus und rannte aus dem Zimmer.
Maria versuchte erneut, die Führung zu übernehmen:
– Anna, du bist die älteste Tochter. Deine Pflichten. Das war schon immer so.
“Nein, Mama”, sagte Anna fest. – So war es nur in dieser Familie. Und heute endet es. Wenn Sie mich kontaktieren möchten, werden Sie mich respektieren. Wenn nicht, ist es schwierig.
Petrus stand auf und schaute sie stolz an:
– Und ich werde versuchen, dass dir niemand mehr wehtut.
Maria schweigt, überrascht. Ihre frühere Macht über ihre Tochter verschwand in einem Augenblick. Am Ende des Flurs klopfte die Tür an – Sophia schloss sich im Raum ein. Ihr Verlobter zog schnell seine Jacke an, murmelte nach einer Entschuldigung und verschwand.
“Wir werden auch schon gehen”, sagte Anna und stand auf. – Danke für das Abendessen.
Maria flüsterte mit Augen voller Tränen.:
– Wirst du dich von uns abwenden, Anna?
– Nein, Mama. Aber schließlich wähle ich mich selbst aus.
Petrus streckte ihren Mantel aus, und sie gingen zusammen hinaus. Das Haus hinter ihrem Rücken schien plötzlich klein, dunkel und kalt zu sein.
Auf der Straße atmete Anna tief Luft ein. Zum ersten Mal seit vielen Jahren fühlte sie sich frei. Petrus schüttelte ihre Hand und lächelte:
– Du warst großartig.
“Ich habe nur das getan, was ich vor langer Zeit tun musste”, antwortete sie. “Vielleicht habe ich mir einen Verlobten ausgedacht, um sie zum Schweigen zu bringen, aber ich habe etwas viel Wichtigeres gefunden: Respekt vor mir selbst.
Der Nachthimmel funkelte über ihnen und die Lichter der Stadt funkelten wie Versprechungen. Anna wusste, dass ihr wirkliches Leben gerade erst begonnen hatte.
