Das Leben bringt manchmal Überraschungen?l

— Matwei, ich gehe von dir weg. Ich habe den Mann meiner Träume getroffen, — sagte die Frau fest.

— Du hast mich nicht verletzt, aber ich liebe dich nicht. Mein zukünftiger Mann ist ein Ausländer, und ich gehe mit ihm fort.

Wanja lasse ich dir.

Du wirst es schaffen, er ist schon zehn.

Man hat mich eingeladen, mitzukommen, aber ohne meinen Sohn.

Die Mutter küsste Wanja, warf noch ein „Sei nicht traurig“ hin und verschwand mit dem Koffer.

Matwei blieb mit seinem Sohn zurück und beschloss, ihm sein Leben zu widmen.

Er verstand: Dem Jungen fehlte die mütterliche Zuneigung, aber was sollte man machen — ein Vater bleibt ein Vater.

Die Jahre vergingen.

Wanja beendete die Schule, trat in die Universität ein.

Eines Tages brachte er ein Mädchen mit und erklärte:

— Papa, das ist Arina.

Sie wird bei uns wohnen.

Und er führte sie in sein Zimmer.

Für Matwei war das eine Überraschung.

Nun würden sie zu dritt in der Wohnung sein.

Er zuckte mit den Schultern:

— Nun gut, wie es ist.

Soll sie hier wohnen.

Man muss den Tisch decken.

Arina kam mit einem Lächeln in die Küche:

— Matwei Iwanowitsch, lassen Sie mich das Abendessen machen.

— Ach was, Arina, ich bin es gewohnt, selbst zu kochen.

— Daran müssen Sie sich jetzt entwöhnen.

Die Küche ist mein Revier.

Aber wenn Sie möchten — helfen Sie mit.

Ihre Stimme war so warm, dass Matwei sogar verlegen wurde.

— Gehen Sie, ruhen Sie sich aus.

Ich rufe Sie.

Vor dem Fernseher sitzend, dachte er nach:

— Zieht sich bescheiden an, keine Schminke, die Haare glatt gekämmt.

Keine bemalte Puppe, sondern lieb und zart.

Seltsam, dass Wanja, dieser Angeber, sich für sie interessiert hat.

Offensichtlich steckt etwas Besonderes in ihr.

— Männer, zu Tisch! — rief Arina.

Das Abendessen gelang wunderbar.

Man spürte die weibliche Hand.

— Danke, Arina, — sagte Matwei.

Der Sohn nickte und verschwand zum Computer.

Mit Arina im Haus wurde es fröhlicher.

Früher aßen sie schweigend, wechselten ein paar Worte — und gingen in ihre Zimmer.

Jetzt sprachen sie lange miteinander.

Immer ging Wanja zuerst, denn ihn zogen die Spiele an.

Und Matwei unterhielt sich mit Arina bis spät in die Nacht.

Sie wusste viel, und er wunderte sich: ein Mädchen zwanzig Jahre jünger, und so klug.

Wanja lebte in der virtuellen Welt.

Arina lud ihn ins Kino, in den Park ein, doch er wehrte ab:

— Lass mich in Ruhe!

Manchmal war er grob.

Das Mädchen war beleidigt.

Matwei machte sich Sorgen:

— Was soll man nur mit ihm machen?

Nur Spiele im Kopf.

Das Leben zieht an ihm vorbei.

Arina wurde ihm vertraut.

Matwei nahm sie in Schutz, wenn der Sohn unhöflich war.

Sie gefiel ihm — gutherzig, klug, häuslich.

Er respektierte ihre Prinzipien.

Eines Tages kam Matwei von der Arbeit zurück und traf auf einen Skandal.

— Pack deine Sachen und verschwinde!

Ich habe dir gleich gesagt — keine Kinder!

Hast du das nicht verstanden?

Hau ab!

— Was ist passiert? — fragte der Vater besorgt.

Arina weinte, packte ihre Sachen.

Wanja starrte auf den Monitor.

— Geht dich nichts an! — fuhr der Sohn ihn an.

— Wie geht mich das nichts an?

Wohin soll sie nachts gehen?

— Lassen Sie nur, Matwei Iwanowitsch, — flüsterte Arina.

— Ich gehe.

Ich habe einen Platz im Wohnheim.

Sie ging fort.

Im Haus herrschte Stille.

Ein Monat verging, dann ein zweiter.

Arina kam nicht zurück.

Matwei suchte sie heimlich an der Universität, fand ihre Freundin Katja.

— Sie ist ins Dorf gefahren, — sagte Katja.

— Hier ist die Adresse.

Am Wochenende machte sich Matwei auf den Weg ins Dorf Berjosowka.

Eine ältere Frau öffnete die Tür.

— Ist Arina zu Hause?

— Treten Sie ein.

Aus dem Zimmer kam Arina — blass, mit sichtbarem Bauch.

— Du bist schwanger?

Was ist mit Wanja passiert?

— Also so, — sie legte die Hand auf ihren Bauch.

— Er hat das Kind abgelehnt.

Er sagte: entweder Abtreibung oder er sieht mich nicht mehr.

Ich habe gewählt.

— Arina, du bist großartig!

Das ist doch ein Glück!

Ich bekomme ein Enkelkind!

Ich werde Großvater! — Matwei schluckte einen Kloß im Hals hinunter.

— Vergib meinem Sohn.

Das Enkelkind werde ich nicht im Stich lassen.

Pack deine Sachen.

Ich habe eine Wohnung — ein Freund ist auf Dienstreise.

Wechsle ins Fernstudium.

Arina zögerte nicht.

Ilja wurde geboren.

Nach der Arbeit eilte Matwei zu ihnen: spazieren gehen, baden, ins Bett bringen.

Er machte alles geschickt — Arina wunderte sich.

Wanja wusste nicht, dass Arina in der Stadt war.

Er brachte Mädchen mit, aber sie blieben nie lange.

Mit seinem Vater sprach er kaum.

Eines Tages traf Matwei den Sohn mit einem Koffer.

— Ich fahre zur Mutter.

Für immer.

— Und das Studium?

— Abgebrochen.

Mutter ruft.

Ihr Mann ist gestorben, hat Millionen hinterlassen.

Jetzt werden wir gemeinsam reich werden.

Matwei verstand: Der Sohn ist das Ebenbild der Mutter.

Geld ist ihm wichtiger als alles.

— Nun denn, alles Gute.

Wanja fuhr weg, ohne sich umzusehen.

Matwei erzählte es Arina.

Am Abend, nachdem er Ilja ins Bett gebracht hatte, wollte er gehen.

Arina hielt ihn auf:

— Bleib.

Wenn Sie natürlich nichts dagegen haben…

— Ich habe selbst davon geträumt, hatte aber Angst, es zu sagen! — Er umarmte sie.

— Ohne euch beide kann ich nicht leben.

— Wie könnte ich meinen Geliebten nicht hereinlassen? — sie küsste ihn auf die Wange.

Bald heirateten sie, zogen in ihre eigene Wohnung.

Dann wurde eine Tochter geboren — Iljas kleine Schwester.

Nun geht es ihnen gut.

Matwei und Arina sind glücklich.

Und sie erinnern sich nicht einmal daran, dass zwanzig Jahre zwischen ihnen liegen.

Doch was macht das schon für einen Unterschied?

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