Seit Jahren führt die EU Debatten über Migration. Vor Lampedusa ertranken erneut Menschen – Italiens Linkspartei gibt der Meloni-Regierung die Schuld.
Lampedusa – Bei einem Schiffsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR heute Morgen (13. August) mindestens 20 Migranten ums Leben gekommen. Etwa 20 weitere Menschen würde noch vermisst, erklärte der UNHCR-Sprecher Filippo Ungaro am Mittwoch im Onlinedienst X.
Das Ungl ereignet sich, während Europa über Abschiebungen und Grenzschutz diskutiert und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) gegen ausländische Straftäter Stimmung macht. Dass im Mittelmeer weiter Menschen auf der Flucht sterben, entfacht auch in Italien wieder Streit über Moral und Migration – allein 2025 gab es bereits hunderte Tote.
Migrations-Drama vor Lampedusa: Neugeborenes und drei Teenager unter den Leichen
Laut italienischen Medienberichten kenterten zwei Boote etwa 14 Seemeilen südwestlich der Insel. Insgesamt befanden sich rund 100 Migranten auf den beiden Booten, wie Corriere della Sera berichtet. Unter den an Land gebrachten Leichen befinden sich laut dem Bericht auch die eines Neugeborenen und dreier Teenager (zwei Jungen und ein Mädchen). 60 Überlebende (56 Männer und 4 Frauen) seien in Sicherheit gebracht worden. Die Such- und Rettungsmaßnahmen dauern noch an.
Die Ursache des Unglücks ist bisher unklar. Laut Medienberichten sichtete ein Helikopter der italienischen Polizei das erste Schiff in Seenot am Vormittag gegen 11 Uhr. Als die Rettungskräfte den angegebenen Ort erreichten, fanden sie ein gekentertes Boot und alle Migranten im Wasser. Die Überlebenden meldeten daraufhin ein zweites Boot, das ihrer Aussage nach bereits gesunken war.
Erste Augenzeugen, die am Favaloro-Hafen von Lampedusa eintrafen, schilderten, dass beide Schiffe am Dienstagabend von der libyschen Küste bei Tripolis – vermutlich aus Zawiya – abgelegt hatten. Während der Überfahrt nahm eines der Boote Wasser auf und schlug um. Als die ins Meer gestürzten Menschen versuchten, auf das andere Boot zu klettern, kenterte auch dieses.
Lampedusas Bürgermeister Filippo Mannino erklärte: „Die Sommermonate bieten günstige Seeverhältnisse für eine sichere Überfahrt, während das Meer im Winter stürmisch ist und die Gefahr des Kenterns deutlich steigt.“ Innenminister Matteo Piantedosi drückte laut Corriere della Sera seine Trauer über die Tragödie aus und bekräftigte, dass „gefährliche Seereisen von den Abfahrtsorten aus verhindert und der Menschenhandel unerbittlich bekämpft werden muss“.
