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Albina trat in die Wohnung ein und hielt sich vor der Haustür auf. Die Stille, die im Inneren herrschte, war fast unnatürlich. Die Tür dahinter schloss sich mit einem trockenen Knall – der Klang ist endgültig, unwiderruflich.

Robert stieg langsam vom Stuhl auf, als wäre er plötzlich zehn Jahre alt geworden. Wilhelmina saß wie immer aufrecht, die Hände elegant auf den Knien gefaltet, der Blick ist kalt und forschend.

– Was bedeutet das? sie fragte scharf, wenn auch leise. – Kommst du mit Fremden hierher und brichst das Schloss? Nach welchem Recht?

– Mein Recht, Wilhelmina. “Albina sprach leise, fast sanft, aber jedes Wort klopfte wie ein Hammer. – Das ist meine Wohnung. Mein. Und nur meine.

Robert öffnete den Mund, aber er schweigte. Er senkte den Kopf. Wilhelmina sah ihn wütend an, als hätte sie erwartet, dass er das sagen würde.

– Ich habe Ihnen eine Woche gegeben. Sieben Tage. Nicht mehr als. Und Sie wollten nicht nur nicht umziehen, sondern Sie haben auch die Schlösser gewechselt. Sie haben mich nachts an der Tür gelassen, ohne Antwort, ohne Erklärung. Wie ein Eindringling.

– Wir haben nachgedacht… dass es dir nichts ausmacht, wenn wir ein paar Tage länger bleiben “, sagte Robert schließlich leise, fast über sich selbst.

– Sie haben überhaupt nicht nachgedacht. “Albina ging an den Tisch und legte ihre Tasche darauf. – Ich habe Sie aus gutem Willen empfangen. Aber Sie haben sich hier niedergelassen, als wäre es Ihr Zuhause. Und ich? Hätte ich mich als Gast fühlen sollen? Als Mieter in der eigenen Wohnung?

Wilhelmina hat vor Wut geschüttelt.

– Wir sind ältere Menschen, Albina. Wir brauchen ein bisschen Respekt!

– Respekt? Albina hob die Augenbrauen hoch. – Gehöre ich nicht dazu? Wo war Ihr Respekt, als Sie das Schloss ausgetauscht haben und es mir nicht mitgeteilt haben? Wo war der Respekt, als Sie mich als Magd behandelten, als jemanden, der sich darüber freuen sollte, dass er Ihnen ein Dach über dem Kopf geben kann?

Wilhelmina schweigte, aber sie drückte ihre Lippen so fest zusammen, dass sie weiß wurden.

Im Inneren trat Antonius, ein Vertreter der Verwaltung, ein. Er hatte Dokumente und ein Notizbuch bei sich.

– Die Sache ist klar. Die Besitzerin der Einrichtung ist Pani Albina. Das Schloss wurde ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung auf die Liste gesetzt, was als illegale Beschlagnahme des Raumes angesehen werden kann.

Michael, der Schlosser, kratzte sich am Hinterkopf und murmelte::

– Schönes Schloss. Einer der besten. Aber die Wahrheit ist, dass selbst das Beste den Besitzer nicht aufhalten wird, der beschließt, sein eigenes Haus zu betreten.

Robert sah Albina müde an. Ohne Wut, eher mit etwas, das wie Scham aussieht.

— Entschuldigen. Ich denke, wir haben es wirklich übertrieben.

— So. Sie haben es übertrieben “, antwortete sie ruhig. – Ich gebe Ihnen eine Stunde, um Ihre Sachen zu packen. Wenn ich von der Arbeit zurückkomme, wird die Wohnung leer sein.

Wilhelmina zog zum Schlafzimmer. Sie hat kein Wort gesagt. Robert hat mehrere Dokumente zusammengestellt und sie in eine Aktentasche gesteckt. Niemand hat seine Stimme erhoben, niemand hat gestritten. Sie schwiegen – vielleicht aus Trauer, vielleicht aus Enttäuschung, oder vielleicht hatten sie einfach nichts zu sagen.

Nach zwei Stunden kam Albina zurück. Es herrschte Stille in der Wohnung. Robert hatte keine Schuhe mehr im Flur. In der Küche roch Wilhelminas Kaffee nicht. Eine kleine Postkarte lag auf dem Tisch.:

„Verzeihen. Wir haben es übertrieben. Robert und Wilhelmina.”

Sie hat es vorsichtig gefaltet und in eine Schublade gesteckt. Dann ging sie zum Fenster und öffnete es weit auf. Der Sommerwind stürzte hinein und hob die Vorhänge vorsichtig an. Still. Ruhig.

Albina ging in die Küche und stellte das Wasser auf den Tee. Sie setzte sich an den Tisch. Sie fühlte sich müde, aber auch erleichtert. Es war ihr Zuhause. Schließlich war er wieder nur ihr.

Das Telefon hat vibriert. Eine Botschaft von Elisabeth:
“Und wie? Geht es dir gut?”
Albina antwortete:
“Schon so. Endlich ja.”

Sie schaute um sich herum – die Vorhänge, die sie selbst ausgesucht hatte, die Tasse, die sie zum dreißigsten Geburtstag geschenkt bekam, auf das Bücherregal. Alles war vorhanden. Und sie auch.

Heute hat sie ein neues Kapitel begonnen. Ohne die vorherige Last. Ohne Angst, dass jemand die Grenze wieder überschreitet. Ohne Kontrolle von jemandem.
Es war kein Märchen. Nicht alles war einfach. Aber in dieser Geschichte war sie es, die den Schlüssel hielt.

Und dieses Mal wird es niemand nehmen.

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