Wutrede gegen Trump: Landwirt geht Republikaner an – Gesprächsrunde eskaliert ?v

Der Republikaner Mark Alford bekam bei einer Gesprächsrunde in Missouri einiges zu hören. Ein Anwesender hielt eine Brandrede gegen die Trump-Regierung.

Washington, D.C. – Mark Alford, Republikaner und US-Kongress-Abgeordneter, vertritt den Bundesstaat Missouri seit 2023 im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. In diesen Tagen (25. – 29. August) tourt Alford durch Missouri und stellt sich dabei in Rathäusern verschiedener Gemeinden den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Den Anfang machte der Republikaner am Montagabend (US-Ortszeit) mit einer Gesprächsrunde im Rathaus von Bolivar in Polk County, Missouri. Dort jedoch musste er sich mit einigem politischem Gegenwind auseinandersetzen.Wutrede gegen Trump: Republikaner gerät bei Gesprächsrunde in Missouri unter Druck
Vor rund 100 Anwesenden sprach Alford eine knappe Stunde lang über Medicaid, den Einsatz der Nationalgarde in Washington, D.C. und die anhaltend aggressiven Maßnahmen Donald Trumps zur Minderung der angeblich steigenden Kriminalitätsraten in US-Großstädten. „Lügner“-Rufe seitens des Publikums, wie sie etwa bei einem Auftritt von Nebraskas republikanischem Kongress-Abgeordnetem Mike Flood am 5. August in Lincoln auftraten, schallten Alford nicht entgegen. Dafür musste sich der Kongress-Abgeordnete aus Missouri im Rathaus von Bolivar aber mit anderer weitreichender Kritik auseinandersetzen.

Ein anwesender langjähriger Anwohner Bolivars, der sich als Fred Higginbotham vorstellte, holte im Publikum zu einer Wutrede aus. Higginbotham erklärte, er lebe seit 1998 in Polk County und sei zuvor Feuerwehrmann in Kalifornien gewesen. „Ich habe erlebt, wie es sein kann, wenn ein Staat mit seinen Bürgern zusammenarbeitet“, erklärte Higginbotham laut Media ITE. Dann kam er zu dem Entschluss: „Die aktuelle Regierung hat keine Ahnung davon, wie man das macht.“

Wütender Gesprächsteilnehmer in Missouri fordert Trumps Amtsenthebung

Doch damit nicht genug: Anschließend holte Higginbotham, der eigenen Angaben zufolge als Landwirt tätig ist, zu einem vehementen Rundumschlag gegen US-Präsident Trump aus. „Ich bin sauer“, verlieh Higginbotham seinem Ärger Ausdruck, und fügte in Richtung Alford hinzu: „Und ich bin sauer auf Sie“.

Weiter forderte er: „Entfernen Sie Trump aus seinem Amt. Der Mann ist ein Diktator. Er hat keine Ahnung, wovon er redet“, zitierte auch die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) den aufgebrachten Anwohner Bolivars. Higginbotham führte aus, Probleme mit den Trust-Gesetzen in Missouri gehabt zu haben und nun dabei sei, im schlimmsten Falle seine Farm zu verlieren. Deshalb habe er auch in Alfords Büro um Hilfe gebeten, doch vergebens.

Aufgebrachter Anwohner aus Missouri übt scharfe Kritik an der Trump-Regierung

Anschließend wandte sich der Landwirt dem Bundeshaushalt und Trumps neuem Steuergesetz zu: „Sie wollen den Haushalt sanieren?“, fragte er. „Dann besteuern Sie Unternehmen und Reiche“, woraufhin er einigen Applaus aus dem Publikum erntete. „Halten Sie uns für Idioten? Glauben Sie, wir zahlen keine Steuern? Glauben Sie, wir müssen keine Haushalte aufstellen?“, fragte Higginbotham laut Media ITE rhetorisch mit aller Schärfe weiter.

Dann wurde Higginbotham noch direkter: „Glauben Sie mir, Sie helfen mir damit nicht. Sie müssen Ihren Kopf aus Trumps Hintern ziehen und anfangen, uns zu vertreten“, sagte der Landwirt im Publikum in Bolivar mit aller Angriffslust. Alford, der vor seiner politischen Karriere mitunter als Nachrichtensprecher gearbeitet hatte, dankte Higginbotham für seine Frage und versprach, er werde sich mit seinen Mitarbeitern bezüglich der Farm in Verbindung setzen.

„Wir freuen uns, mit ihnen zusammenzuarbeiten“, entgegnete der republikanische Abgeordnete. Weiter führte Alford Media ITE zufolge aus: „Ich möchte wirklich einen offenen Kommunikationskanal haben. Wenn ich Zeit habe, wenn ich nicht in einer Ausschusssitzung bin oder im Plenarsaal, gehe ich gerne ans Telefon, weil ich gerne von Menschen wie Ihnen höre.“ (fh)

Související Příspěvky