– Woher kennst du das Lied? er fragte Robert mit heiserer Stimme. – Sag mir die Wahrheit!?N

– Woher kennst du das Lied? er fragte Robert mit heiserer Stimme. – Sag mir die Wahrheit!

Emma schweigt für einen Moment, als würde sie die Worte sorgfältig auswählen. Obwohl sie wie ein Kind aussah, funkelte eine erstaunliche Reife in ihren Augen. Sie legte ihre Hände auf den Schoß und reagierte leise::

– Ich habe sie von jemandem gehört. Von dem, der mir sie beigebracht hat… von Clara’s Mutter.

Robert hat gefroren. “Clara’s Mutter” – diese Worte klang wie eine Brücke zwischen seiner schmerzhaften Vergangenheit und seiner unerwarteten Gegenwart. Er wurde durch die Kälte durchbohrt.

– Wie hieß diese Frau? er fragte fast flüsternd.

Emma senkte ihren Blick und ihr goldenes Haar floss über ihre Schulter und verschwand im Halbdunkel des Autoinnenraums.

– Ihr Name war Maria. Maria Becker. Aber ich wollte sie Maria Clara nennen.…

Der Name Becker traf Robert wie ein Donner am klaren Himmel. Er erinnerte sich plötzlich an die verschmierten Bilder der Vergangenheit – einen Frühlingstag, zwei kleine Mädchen, eines von ihnen mit kurzen Haaren, das andere an seine Tochter Clara.

– Marie… das heißt… “er stotterte”, heißt es…?

Emma nickte leicht:

– Sie war die Schwester der Frau, die mich großgezogen hat. Anji. Sie hat gesagt, als sie klein war, hat sie bei dir gelebt, Robert. In einem Dorf an der Grenze zu Rumänien…

Robert schauderte. Plötzlich erinnerte er sich an ein kleines Mädchen mit Augen wie Clara. Es war…?

– Anya… er flüsterte. – Sie war also Clara’s Schwester?

Emma schaute aus dem Fenster und ihre Stimme war leise:

– Wir nannten sie Clara. Weil Mutter Maria ihr dieses Lied sang. Sie sagte, Clara sei die tapferste Prinzessin. Maria ist verschwunden, und ich bin bei diesem Lied geblieben.

Robert hat eine Welle von Schuld und Hoffnung in seinem Herzen überflutet.

– Wo ist Anya jetzt? er flüsterte. – Oder Clara…?

Emma senkte ihren Kopf. Ihre Augen sind verdreht:

– Nachdem du verschwunden bist, ist niemand gekommen. Maria hat mich nach Lissabon gebracht. Dort starb sie. Aus Traurigkeit, sagten sie.

Es herrschte Stille im Auto. Nur die Lichter rutschten über die Nachtstraße. Robert fühlte, dass die Puzzleteile zu übereinstimmen begannen. So viele Jahre des Schweigens…

– Anya… oder Clara … wurde sie adoptiert? er fragte vorsichtig nach.

Emma nickte:

— Nicht. Sie war eine leibliche Tochter. Maria sagte, dass du ihr Vater warst.

Die Welt hat aufgehört. Robert griff nach dem Lenkrad, als wollte er umkippen.

– Ich… Ich wusste nicht… niemand hat es mir gesagt. Als Clara ging … alles ist zusammengebrochen.

– Du bist ihr Vater, oder? “ich habe Emma ängstlich gefragt. – Darf ich bei dir bleiben?

Robert sah sie an. So klein, so mutig. Die einzige lebende Erinnerung, die ihn daran erinnerte, dass sein Herz noch nicht ganz tot war.

— So. Wenn du willst. Ich werde versuchen, es in Ordnung zu bringen. Ich bin viel zu spät gekommen … aber nicht auf dich.

Das Mädchen lächelte sanft. Als hätte sie es schon einmal gewusst.

🚗

Das Auto fuhr weiter in Richtung Roschkow. Die Landstraße schlängelte sich zwischen den Feldern, die von Herbstnebel umhüllt waren. Robert hat nicht mehr an die Vergangenheit gedacht. Neben ihm saß ein Kind – vielleicht eine Enkelin, vielleicht nur ein Teil seines Schicksals. Aber sie gab ihm mehr als die Wahrheit zurück – sie gab ihm den Sinn zurück.

– Wenn wir ankommen… “Emma flüsterte”, kann ich noch einmal singen? In deinem Haus. Für sie. Für Clara.

– Ja, Emma. Dort werden wir von vorne anfangen.

Das Auto fuhr in die Hörner ein. Irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. Und am Himmel brannte der erste Stern.

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