Ich stand auf den Stufen der Entbindungsstation und hielt meinen kleinen Jungen und die Papiere in der Hand. Um mich herum Umarmungen, Blumen, Luftballons, Tränen. Jeder nahm “sein”. Niemand kümmert sich um mich. Es war nur meine Mutter, die nervös versuchte, ein Taxi zu winken.
Ich holte tief Luft. In mir war kein Platz mehr zum Weinen. Der Stein, der in mir geboren wurde, als Oleg auflegte, wurde immer größer und stärker.
– Komm schon, Baby, – flüsterte ich und küsste meinen Sohn auf die Stirn. – Wir werden alles zusammen ausarbeiten.
Die Heimreise schien endlos. Meine Mutter schwieg, nur einmal bemerkt:
– Vergib ihm, Tochter. Vielleicht wird sich alles ändern…
Ich antwortete nur mit einem halben Lächeln. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass ich etwas, das ich nicht kaputt gemacht habe, nicht mehr “reparieren” würde.
Die ersten Tage waren schwierig. Schlaflose Nächte, weinendes Baby, Müdigkeit, die dich zu Boden wirft. Aber in der Wohnung gab es etwas Neues: die Wahrheit. Es gab keine Lügen mehr, keine “Treffen”, keine “Staus”. Nur ich und mein kleiner Junge.
Es ist ein paar Wochen her. Eines Abends blitzte das Telefon wieder auf: Oleg.
– Wie geht es euch? seine Stimme klang, als würde er nach dem Wetter fragen.
– Nun, ich antwortete ruhig. – Nur jetzt ohne dich.
– Was meinst du damit, ohne mich? Ich bin ihr Vater!
– Du hast dich schon entschieden, als du nicht für uns ins Krankenhaus gekommen bist. Erinnerst du dich?
Es war Stille auf der Leitung. Dann murmelte er etwas und legte auf.
Und ich hörte auf, auf seine Anrufe zu warten. Meine Welt hat sich verändert. Jeden Tag sah ich meinen kleinen Jungen wachsen und seine Augen suchten mich unter all den Menschen. Ich wusste: Jetzt lebe ich nicht nur für mich. Und es gab mir Kraft.
Eines Nachmittags schob ich den Kinderwagen im Park, als jemand bei mir anhielt. Ein junger Mann schaute meinen Sohn an.
– Was für ein ernster kleiner Mann, – er lächelte. – Genau wie seine Mutter.
Ich sah ihn an und zum ersten Mal seit langer Zeit spürte ich, wie sich etwas in mir löste. Vielleicht Hoffnung. Hoffnung auf ein Leben, in dem es keine Lügen gibt, in dem ich und mein Sohn wirklich geschätzt werden.
Ich hielt mein Kind für mich und das war alles, was ich dachte:
– Wir fangen von vorne an. Aber jetzt geht es mir gut.
② Ende.
