Sie versteckte den Löwenanteil ihres Gehalts vor ihrem Mann. Sie zahlte es auf ein Bankkonto ein und sparte es für die Wohnung ihres Sohnes. Und als ich die Wahrheit herausfand, wurde mir klar, dass ich das Richtige getan hatte.

Meine Großmutter hat mich gelehrt, dass man ehrlich und freundlich zu seinem Mann sein muss. Sie und mein Großvater lebten ein langes Leben zusammen, mögen sie in Frieden ruhen. Oh, Großmutter, Großmutter. Die Zeiten haben sich geändert.
Sie haben sich sehr verändert…

Ich merkte, dass ich nur mir selbst vertrauen konnte, als mein Freund mich verließ. Nach der Universität bekam ich einen Job in der Firma eines Schulfreundes. Seine Firma war in der Möbelproduktion tätig.

Ich habe hauptsächlich die Aufgaben eines Buchhalters übernommen, obwohl ich von Haus aus Wirtschaftswissenschaftler bin. Aber manchmal musste ich auch Probleme in meinem Fachgebiet lösen. Ich wurde gut bezahlt. Ein Jahr nach meinem Abschluss habe ich geheiratet und einen Sohn bekommen. Ich nahm den geforderten Mutterschaftsurlaub, brachte den Jungen in den Kindergarten und ging wieder an die Arbeit. Wie sich herausstellte, war das Unternehmen in Schwierigkeiten.

Es war vom Konkurs bedroht. Sie planten eine Verkleinerung des Unternehmens. Ich war die Nummer eins auf der Liste der zu entlassenden Kandidaten. Ich wusste, dass ich das Unternehmen aus der Krise führen konnte (natürlich nicht allein, sondern mit Hilfe eines Aktionsplans, den ich entwickelt hatte).

Ich sprach mit der Geschäftsführung des Unternehmens und schlug meinen Plan zur Überwindung der Krise vor. Wir hatten Erfolg, das Unternehmen machte wieder Gewinne und ich wurde befördert.

Zugleich wurde mein Gehalt um das Fünffache (!) erhöht. Ich erzählte meinem Mann von der Gehaltserhöhung, nannte aber keinen konkreten Betrag. Der Löwenanteil meines Gehalts ging auf die Bank. Ich sparte für die Wohnung meines Sohnes.
Dabei plagte mich mein Gewissen überhaupt nicht. Schließlich habe ich für meinen Sohn gespart. Vor ein paar Monaten fand ich heraus, dass mein Mann eine ukrainische Frau und eine dreijährige Tochter hatte. Ich tat es, ohne zu fluchen und zu schreien. Ich reichte in aller Ruhe die Scheidung ein.

Mein Familienleben war vorbei. Und die Tatsache, dass ich nicht auf den Rat meiner Großmutter gehört und meinem Mann nicht vertraut habe, hilft mir jetzt sehr.
Das auf der Bank angesammelte finanzielle „Polster“ half mir, die Scheidung schmerzlos zu überstehen. Heute bin ich eine alleinstehende Frau mit einer eigenen Wohnung. Ich habe einen Job mit hohem Gehalt. Ich habe einen Sohn. Ich brauche keinen Ehemann.

 

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