Um 7 Uhr morgens schaltete Marta ihren Wecker aus…
Sie griff nach ihrem Mann, um ihn zu umarmen, musste aber feststellen, dass er bereits gegangen war. Als sie im Bett lag, dachte sie über Nikolais Verhalten in letzter Zeit nach – seine häufigen Verspätungen bei der Arbeit, seine zahlreichen Geschäftsreisen und Überstunden. Marta wusste nicht, was sie davon halten sollte. Ihre Gedanken wurden von ihrer Tochter Yulia unterbrochen, die sie daran erinnerte, dass sie sich für die Arbeit fertig machen musste.
Ihre Tochter äußerte sich besorgt über die Stimmung ihrer Mutter, aber Marta wischte das mit der Begründung ab, sie sei nur in Gedanken versunken. Als Yulia nach ihrem Vater fragte, bestätigte Marta zögernd, dass er bereits gegangen sei, obwohl Yulia ihn gestern Abend nicht hatte kommen hören. Den ganzen Tag über versuchte Marta, ihren Verdacht abzuschütteln, indem sie sich einredete, dass ihre 20-jährige Ehe stabil sei, und an den bevorstehenden Schulabschluss ihrer Tochter dachte.
Doch ein unerwartetes Gespräch mit ihrer Nachbarin Lidia Iwanowna brachte ihr Leugnen ins Wanken. Lidia erzählte ihr, dass sie Mykola mit einer großen blonden Frau gesehen hatte, die sogar zu ihrem Haus gekommen war. Am Boden zerstört kehrte Marta in ihre Wohnung zurück und ließ sich von der Arbeit beurlauben, weil sie sich krank meldete. Sie musste die Wahrheit mit ihren eigenen Augen sehen. Und das tat sie auch:
Martha wurde Zeugin, wie Nikolai vor ihrer Wohnung mit einer blonden Frau sprach. Marta, die sich mit der Geliebten ihres Mannes verglich, fühlte sich minderwertig und überlegte, wie sie die Aufmerksamkeit von Mykola zurückgewinnen konnte. Sie begann damit, einige unmodische Kleidungsstücke wegzuwerfen und einen Tag zu planen, an dem sie einkaufen und einen Schönheitssalon besuchen wollte. Sie bereitete auch einen romantischen Abend für Nikolai vor, aber ihre Bemühungen blieben unbemerkt, da er früh zu Bett ging und sie mit Wein und Kerzen allein ließ.
In den darauffolgenden Tagen nahm Marta den Mut auf, Mykola zu erzählen, was sie gesehen hatte. Seine Antwort war arrogant: Er schob alles auf ihr Aussehen und ihre Konzentration auf den Haushalt. Das Gespräch endete damit, dass Nikolai die Scheidung verlangte. Doch der größte Schlag für Marta stand noch bevor.
Ihre Tochter Yulia gab zu, dass sie nicht nur von der Affäre wusste, sondern sich auch mit Nikolais Geliebter Vika angefreundet hatte, die ihr teure Dinge schenkte. Yulia äußerte den Wunsch, mit ihrem Vater und Vika zusammenzuleben. Marta war wie betäubt. Sie zog sich schweigend an und verließ das Haus, wobei sie ein tiefes Gefühl der Gleichgültigkeit gegenüber allem um sie herum empfand.
