Die Feiertage in unserem Haus haben sich zu einem wahren Albtraum entwickelt. Mein Mann und ich haben auf diese Zeit gewartet, um mit unseren Kindern zu feiern und endlich den Komfort unserer renovierten Wohnung zu genießen…
Viele Jahre lang hatten wir diese Möglichkeit nicht – all unser Geld ging für unsere Kinder drauf. Mein Mann und ich haben immer hart gearbeitet. Wir lebten in einem Wohnheim, weil wir beide aus einfachen ländlichen Familien stammen. Später reisten wir ins Ausland, um dort zu arbeiten und auf ein eigenes Haus zu sparen. Schließlich konnten wir eine Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Renovierung, aber in einer guten Gegend kaufen. Wir träumten davon, sie umzugestalten, alles selbst einzurichten, denn die Erdgeschosswohnung erlaubte uns, viel zu tun.
Aber wir mussten immer für das Nötigste aufkommen: zuerst für die Ausbildung der Kinder, dann für die Hochzeit unseres Sohnes. Jetzt sind die Kinder erwachsen. Mein Sohn lebt mit seiner Frau in Polen, und meine Tochter und ihr Mann haben eine Wohnung im regionalen Zentrum gemietet. Mein Mann und ich hatten mehrere Jahre lang jeden Pfennig gespart, an allem gespart und schließlich Reparaturen vorgenommen.
Wir beschlossen, die Neujahrsfeiertage mit einer Einweihungsparty zu verbinden und luden unsere Lieben ein. Den Gästen gefiel unsere Renovierung, besonders unserer Tochter Ljuda. Doch ihre Worte überraschten uns: „Jetzt kann man die Wohnung viel teurer verkaufen“, sagte sie plötzlich. „Warum sollten wir sie verkaufen wollen? Wir sind froh, dass wir im Alter endlich in guten Verhältnissen leben werden“, antwortete ich.
– „Warum? Ich dachte, ihr wolltet sie verkaufen?“ „Um mir beim Wohnen zu helfen. Ich bin schwanger, und wir können nicht ewig eine Wohnung mieten.“ – ‚Du hast doch einen Ehemann, der soll sich darum kümmern.‘ – “Warum ziehst du nicht aufs Land, das ist besser für dein Alter! Und mit dem Geld aus der Wohnung könnten wir uns endlich ein eigenes Haus kaufen. Die Gäste sahen schweigend zu, wie wir uns stritten. Ich schämte mich und war kurz davor, in die Knie zu gehen.
Am Ende war Ljuda beleidigt, packte ihre Sachen und ging. Seit einer Woche hat sie nicht mehr mit mir gesprochen. Und ich denke immer wieder: Was habe ich falsch gemacht? Versteht meine Tochter nicht, dass wir, selbst wenn wir beschlossen hätten, die Wohnung unseren Kindern zu schenken, sie zwischen unserem Sohn und unserer Tochter aufgeteilt hätten, und nicht alles ihr geschenkt hätten? Glauben Sie, dass mein Mann und ich das Richtige getan haben?
